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Leitartikel
Portrait ist
nicht Portrait
Porsche Shoot - Scottland
Belize
Beruflich reise ich seit über40 Jahren als Photographer rund
um die Welt. In den Neunziger- und 2000er-Jahren
hauptsächlich im Auftrag internationaler Untermehmen,
Hotelketten und Tourismusunternehmen, dann zusätzlich als
Photo-Journalist für Bildagenturen und die deutsche photo-
presse.
Professionelles Reisen sorgt im Laufe der Jahre zwangsläufig
für eine andere Wahnehmung. Während sich Touristen in
erster Linie auf die Seheneswürdigkeiten fokussieren und
alle relevanten Sicherheitsfragen anderen überlassen,
liegen die Dinge hier etwas anders.
Reiseorganisation, Routenplanung,Verkehrsmittel und
Zeitplanung, Risikoanalysen und Bewertungen,Verhalten
in Risikogebieten und Exitstrategien sind nur einige, wenige
Aspekte, die es zu berücksichtigen gibt.
Politische Verhältnisse, klimatische Gegegenheiten oder auch
Bedrohungen durch unbekannte Tierarten können jeden Trip
eine unvorhersehbaren Wendung geben. Da reicht schon
ein verstauchter Knöchel irgendwo in Finnland oder
Norwegen, weitab jeglicher Ortschaft,um in ernthafte
Schwierigkeiten zu geraten.
Meine letzte echte Herausforderung war die zufällige
Beobachtung eines Herzinfakt irgendwo in Tallin 2026.
Das Erste Hilfe-Kit am Gürtel und meine Ausbildung haben
den Vorfall deeskallieren können.Wer sich hingegen
außerhalb Europasbewegt und sich in Drittländern von
seinem Kréuzfahrtschiff weg bewegt, sollte immer wissen,
wo er ist. Wichtiger als die berühmte Kirche, kann manch-
mal das nationale Strafrecht sein.
Photo-Journalisten im Auslandseinsatz deshalb
Qualifikationen nachweisen, die ein touristischer Reise-
begeiter nicht nachweisen muss.Dazu gehören
neben zahlreichen Dokumenten Antiterrortrainings
(Prevention), Crowd-Management (how to deal with people)
Krisenkommunikation, Grundkenntnisse in Feldmedizin,
Survival-Strategien und Maßnahmen zu Wasser und in der
Wildnis. Zusammengefasst ist das Backup-Wissen, sind das
Skills (Fähigkeiten) und Erfahrungen, die im Ereignisfall
woichtig werden können.
Zu glauben, es wird schon nichts passieren, ist naiv.
Reise, aber aufmerksam
Fashion needs me