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Photographer Talks 
Warum sehen Fotos mit professionellen Models scheinbar immer „so viel besser“ aus?
Wahrnehmung
Vorwort
Ich schreibe und veroeffentliche diesen Magazine Blog basierend auf mittler- weile 40 Jahren Berufs- erfahrung. Davon verbrachte ich 10 Jahre in namhaften Werbeagenturen als Berater und CD/Copy-Conception und 30 Jahre mit eigener Agentur- und Studio Company. Ich  bin in der glueck- lichen Situation, fast ueberall auf dieser Welt gearbeitet und viel von dieser Welt gesehen haben zu duerfen. Und wenn ich dabei zu einer wesentlichen Erkenntnis gekommen bin, dann zu der, dass es eben nicht nur „diese“ eine Wahrheit gibt. Nirgendwo! Der Beruf des Foto- grafen eroeffnet Zugang zu jeder Art gesellschaftlichen Lebens, aber auch zu Kunst und Kultur. Und Fotografie bildet eben nicht die angeb- liche  Realitaet ab, sondern nur eine Interpreatation davon. Der Anspruch auf Wahrheit ist an sich schon ein mani- pulativer und in keinem Bereich des Lebens gerecht- fertigt. Denn angebliche Wahr- heit wird immer auch beeinflusst von dem, der sie ausspricht und dessen Wahrnehmung. Bedeutet im Umkehrschluss: Alles, was ich schreibe und veroeffentliche ist kritikfaehig. Es handelt sich um meine Wahrnehmng. Man darf also durch- aus widersprechen, wenn es erklaerbar, begruendbar, verstaendlich und logisch erscheint. Wissenschaftliche Erkenntnisse basieren auf Fakten. Menschliche Schluss- folgerungen dagegen …nicht immer. Perception.
Impressum
CvdE/02.04.2021
Hospitality
Fashion Photography
Shanghai
Why…Warum?
Stimmt. Weil diese Fotos von „professionellen Fotografen mit professionellen Models „ gemact werden, die alle unglaublich „huebsch sind, Modelmasse haben und von Profis gestylt wurden“. Zudem verwenden professionelle Fotografen suendhaft teure Kameras mit ebenso suendhaft teuren Lichtanlagen, wobei der Gesamtaufwand fuer diese Shootings ein unvergleichbar anderer ist und wohl auch sein muss.  Deshalb! Wir werden hier darueber reden, warum das nur bedingt richtig ist. Denn erstens ist die Attraktivitaet von Models nur eine Frage der persoenlichen Wahr- nehmung und die Frage von Equipment dafuer irrelevant. Es gibt naemlich keine schlechten Kameras mehr. Oder, hat es die wirklich je gegeben? Wie in einem anderen Artikel bereits an- gemerkt, leistet eine heutige 500 Euro Kamera mehr, als ein Top-Model, das Fotografen noch vor 30 Jahren zur Verfuegung stand. Von Lichtanlagen mal ganz abgesehen.  In den 6oigern waren das noch bessere „Stehlampen“ und trotzdem wurde damit Fotogeschichte geschrieben. Stimmt also auch nicht! Die Wahrheit ist wohl eher der lang- laeufigen Annahme geschuldet, dass die Kamera das Foto macht und je teurer diese Kamera ist, umso besser wird das zu er- wartende Ergebnis sein. Ich will ja niemanden zu nahe treten, wenn sich jemand fuer X-tausend Euro eine Kamera kauft und glaubt damit nun den Topfotografen dieser Welt Konkurrenz machen zu koennen.  Die Enttaeuschung wird nicht ausbleiben. Ich weiss es, weil ich niemanden kenne, der nur deshalb seinen Job gewechselt und eine erfolgreiche Karriere als Fotograf gemacht hat. Die letzte Standardkamera eines bekannten Fashion Photograper (Vogue) war uebrigens „nicht mehr“ als eine Nikon D800/D850. Wenn es ihm gerreicht hat, ist es sicher auch fuer jeden anderen tauglich. Wir sollten uns darauf verstaendigen, dass Fotografen Bilder machen und nicht Kameras und wir sollten verstehen, dass Kamerahersteller Kameras verkaufen wollen. Das Versprechen einer neuen Kamera ist nichts anderes als Teil einer Marketing- strategie. Wer in Equipment investiert, sollte sich ein paar grundlegende Fragen stellen. Aber das ist ja nicht unser Thema. Der Gruende, warum Models auf Fotos besser aussehen, sind gaenzlich woanders zu suchen. Und darauf moechte ich eingehen. Wer also derartige Fotos betrachtet, wird folgendes feststellen: 1. Die Fotos wirken aufgeraeumt und geordnet. (Fotolayout) 2. Die Betrachtung erlaubt einen ruhigen Blick und verhindert „nervoese“ Augenbewegungen. 3. Posen und Gesichtsausdruecke wirken entspannt, authentisch und natuerlich. 4. Es gibt dezente Eyekeycher. 5. Das Photo ist nicht ueberladen. 6. Das Model zeigt Praesenz. Grundsaetzlich kann jeder auf Fotos „gut“ aussehen, was auch immer das heisst. Und obwohl noch nicht ein einziges Foto fotografiert ist, kann man bereits im Vorfeld erahnen, mit welchem Ergebnis zu rechnen ist. Vorausgesetzt man weiss, worauf es ankommt. Fangen wir bei den zu fotografierenden Personen an: Menschen, die sich portraitieren lassen wollen, sollten dafuer zunaechst einmal ausgeschlafen sein. Dieser Umstand beeinflusst bereits das Ergebnis. Im schlimmsten Fall mit mueden Augen und Augenraendern, haengenden Gesichts- muskeln, fehlender Vitalitaet usw. Style: Mit Style ist alles gemeint, was das aeussere Erscheinungsbild beeinflusst. Kleidung, Schuhe, Haare, Make-up, Accessoires. Je bunter, je schriller, je mehr Farben, Grafiken und Schriftszuege auf T-Shirts, umso furchtbarer wird es. Ungebuegelte Hemden, ungepflegte Schuhe und vielleicht noch ein Wirrwarr an Schmuck und das visuelle Chaos ist perfekt. Bereits dieser Punkt wirft Fragen auf. Naemlich Fragen nach dem Charakter der spaeteren Fotos. Elegant, sportlich, sportlich-elegant, laessig?… und was es da sonst noch so gibt. Und egal welche individuelle Vorliebe jemand hat: „Wir“ fotografieren nicht Fashion als commercial catalogue shoot, sondern Portrait, wobei Style nur Ausdruck der Persoenlichkeit ist. Und da gilt: Weniger ist mehr. Dafuer reduziert auf wenige Farben sowie der Verzicht auf bedruckte Hemden oder andere Kleidungs- stuecke. All diese Dinge lenken ab und schaffen „Unordnung“. Ich selbst bespreche mit meinen Kunden die Outfits und lasse mir vor dem Shooting einfach einige Smartphone Fotos schicken. Jede auch nur etwas modebewusste Frau weiss, wie mit reduziertem Make-up umzu- gehen ist. Viemehr ist hier nicht noetig. Make-up sollte unterstreichend aber nicht bildbestimmend sein. Bei Maennern ist das natuerlich alles etwas einfacher. Ein klassischer Anzug mit weissem Hemd, eine Jeans mit Jacket oder Lederjacke und geputzte Lederschuhe… Alternativ machen sich auch einfarbige Pullover gut. Das auessere Erscheinungsbid nimmt nun entscheidenden Einfluss auf den weiteren Verlauf: Naemlich die Story und den Hinter- grund. Zu sagen: „Wir gehen jetzt irgendwo hin und machen ein paar schoene Fotos…“ Ich habe da meine Zweifel. Der Gesamteindruck der zu fotografierenden Person sollte gegensaetzlich zu Hintergrund, Struktur und Farben sein. Wenn also die Location dem nicht entspricht, versinkt das Portrait entweder in der Gesamt- anmutung oder es wird „grotten langweilig“. Hochzeitsfotografie ist so ein Beispiel. Immer die selben Motive, immer die selben Perspektiven, immer dasselbe. Es gleicht eher einer distanzierten, journalistischen Dokumentation als dem Gefuehl, wirklich Teil dieses Events zu sein. Nur selten sind Paar und Gaeste authentisch und bildfuellend fotografiert. Dafuer domminieren zu viele unwichtige Details. Dabei koennte gerade Hochzeitsfotografie
Sagen wir mal, unsere Portraitkundin traegt ein einfaches, weisses Leinenkleid, Creme farbende High Heels und das Shooting findet auf einer mit Stahltraegern konstruierten Bruecke statt, die mit kaltem Licht angestrahlt ist. Fuer mich steht ausser Frage, dass ich schwarz/weiss fotografiere. Aber der Kunde moechte Farbe. Aber: Wo keine Farbe ist, kann man auch nicht Farbe fotografieren. Aber der Kunde moechte Farbe! Mit einem knallig roten Volltonschal kann das jetzt vielleicht zu einem „eyekatcher“ werden. Will sagen: Farbe braucht ein reduziert, durchdachtes Farbkonzept, wenn es wirken soll… Ansonsten besser schwarz/weiss und dann kann auch der Himmel grau sein. Stoerfaktoren lassen sich so besser ausblenden und die Praesenz der Person laesst sich besser intensivieren. Wie gesagt: Wie reden ueber Portrait- fotografie und nicht uber einen Fashion-Katalog-Shoot. Zu viel Farbe schafft Unruhe, lenkt den Betrachter auf unwichtige Details und macht die Gesamt- anmutung „nervoes“. Schwarz/Weiss reduziert, fokussiert und intensiviert. Fazit: Die Entscheidung fuer Outfit, Location und Farbe oder Schwarz/Weiss ist bereits eine konzpetionelle Entscheidung, wobei am Ende  auessere Einfluesse vor Ort wichtig werden. Und trotzdem sind das zwar alles wichtige Gruende, aber es sind immer noch nicht DIE ausschlaggebenden Argumente! Models sind Kamerapraesenz gewohnt. Sie haben die Faehigkeit, Fotograf und Kamera fast vollstaendig auszublenden und sich auf die Anforderung zu fokussieren. Anders „Nicht-Models“. In dem Augenblick, „wo es losgeht“, fangen viele an, unbewusst eine Rolle zu spielen. Sie werden nervoes, was Ausdruck einer angespannten und aktiven Koerpersprache ist. Und sie tun Dinge, die sie sonst nie tun wuerden. Trotzdem wird oft weiter fotografiert. Und je mehr  Anordnungen der Fotograf dann gibt, um so unsicherer werden die Kandidaten. All das wirkt sich auf das spaetere Ergebnis aus. Dieser Aspekt hat nichts mit der qualitativen Faehigkeit eines Fotografen zu tun, sondern mit der Wahrnehmung und Empathie, die er fuer jemanden aufbringen kann. Und ein Fotograf, fuer den dieses Shooting nur ein weiterer Job ist, um damit Geld zu verdienen, ist die denkbar schlechteste Wahl. Es kommt auf die Einstellung an! Jemand der sich in einer bestimmten Situation nicht wohl fuehlt, wird sich niemals wirklich entspannen koennen. „Vergiss den Job und lass uns einfach eine gute Zeit haben…“  Das ist die bessere Einstellung dazu. Und jetzt liegt es an jedem Fotografen selbst, was er dazu beitragen kann, damit man zusammen mit seinem Kunden eine gute Zeit hat und umgekehrt. Ich selbst mache nur ein Portrait-Shooting am Tag. Ich wuesste nicht, wie anders ich mich in der gebotenen Weise darauf „einlassen“ koennte. Ich ueberlasse nichts dem Zufall und trotzdem fuehlt sich alles wie zufaellig an. Ich schaffe Situationen, in die sich mein Kunde emotional hineinversetzen kann. Und ich gebe niemals direkte Anweisungen. Ich beschaeftige meinen Kunden mental mit sich selbst und lenke seinen Blick auf andere Themen. Das Fotoshooting wird zur Nebenache. Es laeuft von alleine. Es beginnt die Phase des sich gegen- seitigen einlassens… Waehrend also kommerzielle Shootings mit Models auch von der Koerpersprache her planbar sind, ist das bei Nicht-Models nahezu ausgeschlossen. Wenn also jemand fragt, was er zu Beginn eines Shootings tun sollte, waere die beste Antwort einfach: “Nichts! Das ist eine Art „warm-up, um „neutrale Fotos fuer einen ersten Eindruck zu machen. Die zu fotografierende Person gewoehnt sich langsam an die Situation und gewinnt wieder an Selbst- vertrauen. Im weiteren Verlauf versuche ich in eine Art „flow“ zu kommen. Und das gelingt, in dem ich jetzt in „szenischen Attributen“ denke, die dem Typ meines Kunden gerecht werden koennten. Natuerlich ist auch das ein Experiment. Manches funktioniert, anderes nicht.  Aber diese Vorgehens- weise veraendert bewusst Koerpersprache und Ausdruck… However… Wichtig dabei ist, sein Gegenueber immer im Blick zu behalten und die Situation sofort zu aendern, wenn sich etwas nicht „gut“ anfuehlt. Es ist etwas anderes vor einer Kamera „zu sitzen“ als hinter einer Kamera „zu stehen.“ Was Models zeigen, ist nur gespielte Professionalitaet, auch wenn es anders wirkt. Allerdings ist diese gespielte Professionalitaet und Leichtigkeit fuer nahezu alle kommerziellen Shootings unerlaesslich. Ein anstrengender Job. Nicht-Models dagegen zeigen echte Gefuehle und echte Unsicherheiten. Und das bedeutet nicht nur eine hohe Verantwortung, sondern auch die Verpflichtung, die Rollen nicht versehentlich zu vertauschen. Letzendlich muss sich der Portraitierte in den Fotos wiederfinden. Egal, welche Art Portrait-Shooting geplant ist, nachfolgendes Prozedere sollte Standard sein und hat sich bewaehrt:  Pre-Meeting, um sich besser kennenzulernen,      einen ersten visuellen Eindruck zu gewinnen,      aber auch um Charakter und Persoenlichkeits-      merkmale auszutauschen. (Nicht jeder ist fuer      jeden gut)  Szenenabsprache. In welcher Szene sieht sich      der Portraitierte vorzugsweise?  Outfit (Style und Farbkonzept)  Location (Hintergrundkonzept, Szenenkonzept,      Farbkonzept)  Ungefaehre Ablaufplanung Bevor sich ein Kunde fuer einen Fotografen entscheidet, sollte dieser erklaeren: Was er tut, warum und wie? Vorausgesetzt man kennt sich noch nicht. Wer diese Aspekte, zumindest ansatsweise beruekcksichtigt, sollte seine Erwartungen durchaus hoch ansetzen koennen. Ich nenne es „Framing“. Schreibt mir eine Mail, wenn es dazu Fragen gibt. BackOffice@ChristianvonderEltz.com  
Aber noch mal zurueck. Mit der Frage von Kleidung und Location muss auch die Entscheidung getroffen werden, ob farbig oder in schwarz/weiss fotografiert wird.
so viel spannender sein. Aber auch das ist letztendlich eine Frage der Wahrnehmung und der persoenlichen Initiative des Fotografen.